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Essstörung

Jugendliche brauchen keine Diät, es sei denn, sie wäre aus ärztlicher Sicht notwendig (wie bei Übergewicht oder chronischen Erkrankungen, bei denen die Umstellung der Ernährung ein Teil der Therapie ist).

Jugendliche, die gesund sind und eine Diät beginnen haben ein hohes Risiko, eine Essstörung zu entwickeln.

Wie kommt ein Jugendlicher auf die Idee, eine Diät zu machen? Das soziale Umfeld gibt den Startschuss. Hauptfaktoren sind Fernsehformate wie GNTM (Germany´s next Topmodel), Ernährungsmoden oder Eltern, die Essen nicht genießen, sondern ständig thematisieren.

Man kann alles übertrieben, auch die Beschäftigung mit dem Essen. Wenn die Suche nach dem „gesunden“ Essen in Panikattacken mündet, weil man nicht mehr weiß, was man essen soll, dann ist das ein ernstes Symptom dafür, dass die Orthorexie ausgebrochen ist (v. griech. orthos „richtig“, orexis „Appetit“).

Den Krankheitsbegriff hat der amerikanische Arzt Steven Bratman (www.orthorexia.com) erfunden. Er beschreibt eine Essstörung, die bevorzugt eine „hippe“ großstädtische Klientel befällt, Menschen, die sich mehr an trendigen Ernährungsideologien orientieren als an ihren Wünschen.

Sie kasteien sich selbst mit Verboten. Ständig kreisen die Gedanken ums Essen. Als Eltern überwachen Orthorektiker alles, was ihre Kinder zu sich nehmen und moralisieren mit Begriffen wie „gesund“ und „ungesund“. Sie sind Meister darin, andern ein schlechte Gewissen zu machen.

Wer Orthorektiker als Eltern und Freunde hat, dem ist zu wünschen, dass er den Absprung schafft – vom Esswahn zum Essgenuss.