LIEBE GEHT NICHT DURCH DEN MAGEN
Wer liebt hat keinen Hunger. Ganz im Gegenteil: Wo Flugzeuge im Bauch tanzen, ist keine Landebahn für´s Essen frei. Essen und Liebe sind also zwei paar Stiefel. Süßigkeiten sind bekanntlich eher bei Liebeskummer gefragt. Deshalb braucht ein Kind auch keine Süßigkeiten als Liebesbeweis. Es braucht aber auch kein Zuckerverbot aus Gesundheitsgründen. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung können Sie ihm eine Dosis Süßes gönnen. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Schuldgefühle. Und ansonsten: Beziehen Sie es beim Einkaufen und Kochen mit ein. Woher kommen die Lebensmittel? Wie werden sie zubereitet? Kinder sind von Natur aus neugierig. Nutzen Sie das!
QUALZEIT!
Machen Sie die Mahlzeit nicht zur Qualzeit. Was für Erwachsene gilt, gilt auch für Kinder: Das gemeinsame Essen soll Freude machen, Genuss sein und in entspannter Atmosphäre stattfinden. Unter Druck, auch unter gut gemeintem, kann niemand essen. Beschwörungsformeln wie „das musst Du essen, das ist gesund“ schaffen höchstens eines: Die Lust auf´s Essen geht verloren. Wer für sich selbst Essen als Genuss entdeckt hat, der wird den Kindern Genuss ganz selbstverständlich vermitteln, indem er geniesst. Wenn Sie sich selbst vertrauen, dann sollten Sie das auch Ihrem Kind gönnen: Vertrauen, dass es Appetit auf das richtige hat; dass es weiss, wann es satt ist; dass es groß und stark wird und erfolgreich und smart, ohne dass man es zum Essen zwingen muss. Die Esskultur, die Sie Ihren Kindern vorleben, leben sie nach!
LASSEN SIE´S GUT SEIN!
Es mag Eltern überraschen, aber Kinder wissen ganz gut, was gut für sie ist. Jedenfalls beim Essen. Sie sind noch ganz nah an dem Bauchgefühl, das den Erwachsenen möglicherweise verloren gegangen ist. Jeder Körper, ob kindlicher oder erwachsener, signalisiert, was er benötigt – und holt es sich. Wenn Kindern eine abwechslungsreiche Kost angeboten wird, dann werden sie zugreifen.
Die Eltern entscheiden, was eingekauft wird und was was auf den Tisch kommt. Das Kind entscheidet, was es davon isst. Ohne dass die Eltern bitten, betteln oder gar zwingen. Lassen Sie´s gut sein heisst: Sie bieten gute Lebensmittel an, das Kind lernt sie nach seinem eigenen Rhythmus kennen. Was es heute nicht isst, wird es morgen für sich entdecken.
P.S.: Übrigens braucht ein Kind keinen extra Kinderteller, keine Extraportion Milch, keine so genannten „kindgerechten“ Nahrungsmittel;
auch ein Fruchtzwerg kann ihm nicht das bieten, was es – wie wir alle – braucht: gute Lebensmittel, bekömmlich zubereitet und mit Genuss verspeist.
